Gestein des Jahres 2009:

Das Gestein
 des 
Vogelsberges!Der Basalt

  

                                      Wer kennt ihn nicht – den Basalt, der so schöne Säulen ausbilden kann, wie kein anderes Gestein?   

   Als Baumaterial historischer Gebäude, als Schotter für Gleise und Wege oder als „blauer Stein“, der das Pflaster von Altstädten ziert, ist  
   Basalt allgegenwärtig. Und im Vogelsberg ist er ohnehin das typische Gestein, das auch die Felsen des Oberwaldes bildet.
  
   Trotzdem kennt ihn kaum jemand genauer. Das dunkelgraue bis schwarze, dichte Gestein, das oft fast nichts weiter erkennen lässt, gibt
   seine Geheimnisse nicht ohne weiteres preis.

                               

   Ruine der Münzenburg (erbaut um 1300)
   Mauerwerk aus Hartbasalt-Säulen und  
   Fenstergewände aus poröser Basaltlava

 

Was ist eigentlich Basalt?

 

Nach allgemeinem Verständnis ist Basalt ein dunkles Gestein, das durch Vulkanismus gebildet wird.

 

   Gesteine werden über ihre Minerale beschrieben. Beim Basalt sind die Minerale meist sehr klein. Der Mineralbestand lässt sich deshalb      

   eigentlich nur durch Gesteinsmikroskopie feststellen. Nur so lassen sich auch die verschiedenen Basaltvarianten sicher unterscheiden. Zum 

   Teil müssen auch chemische Analysen durchgeführt werden. Der Basalt macht es den Geologen nicht leicht...

 

  

   Alkalibasalt aus dem Vogelsberg unter
  dem Polarisationsmikroskop

 

 Wenn es allerdings nicht um eine detaillierte geologische Beschreibung geht, sind Basalte und verwandte Gesteine als  Gesteinsgruppe       trotzdem gut zu erkennen: Dunkel, meist sehr schwer, zum Teil mit Blasen und / oder mit deutlichen Klüften (Säulen, Platten), aber keine Schichten, wie bei Ablagerungsgesteinen.                                                        

Dass es viele sehr kleine Minerale sind, ist übrigens typisch für alle Vulkangesteine. Diese erkalten z.B. als Lava an der Erdoberfläche relativ       schnell, so dass die Kristalle kaum Zeit zum Wachsen haben. (Bei Granit, der in der Tiefe erstarrt, sind die Kristalle dagegen größer und gut       erkennbar.)

       

  Lavastrom auf Hawaii                                              Bildung von Basaltsäulen

 

Wie entsteht Basalt?

 

Das Basaltmagma wird durch teilweises Aufschmelzen des Erdmantels gebildet.

 

Zum Erdkern hin steigt die Temperatur so stark an, dass ein Teil des Mantelgesteins aufschmilzt. Ein Hinweis darauf, dass Basaltmagma
einen langen Weg aus dem Erdmantel zurücklegt, ist, dass es Gestein mit nach oben bringt, welches seiner Zusammensetzung nach aus
dieser Tiefe stammen muss: die so genannten Olivinknollen.

 

Gonterskirchen: Verwitterte Olivinknollen in Basalt.

Stücke des Erdmantels aus ca. 40-80 km Tiefe!
Das wird mit keiner Bohrung erreicht!

 

 

Wo ist Basalt zu finden?

 

Basalt gibt es in der Tiefsee, auf Island, aber auch im Vogelsberg.

 

Der Vogelsberg ist das größte zusammenhängende Vulkangebiet Mitteleuropas – und besteht fast vollständig aus Basalt. Auch in anderen Vulkangebieten, wie Eifel, Westerwald und Rhön kommt z.T. Basalt vor. Im Vogelsberg bedeckt er allerdings eine riesige Fläche (über 2500 km²). Übrigens reichen seine geologischen Ausläufer sehr weit.

Nicht nur das Plateau des Glaubergs, auch die Burgberge der Wetterau (Friedberg, Münzenburg) und der Hessischen Senke (Amöneburg, Gleiberg), sowie die Basalte von Frankfurt-Bockenheim und bei Hanau-Steinheim bestehen aus Vogelsberg-Basalt.

Basalt als ursprünglichstes vulkanisches Gestein kommt ansonsten dort in großen Mengen vor, wo Magma direkt aufsteigen kann, z.B. über
Hot spots (Hawaii) oder am Mittelozeanischen Rücken, wo die Kontinentalplatten auseinanderstreben.

Warum es auch im Vogelsberg so viel Basaltvulkanismus gab, ist noch nicht abschließend geklärt.

 

Der Vogelsberg in Hessen

 

Wozu wird Basalt verwendet?

 

Die frühere Verwendung als Mauerwerk oder für Pflaster findet bei heimischem Basalt kaum noch statt. Hier ist der Basalt von modernen Formsteinen und Natursteinimporten verdrängt worden, so dass auch die handwerklichen Fähigkeiten des Steinrichters und Pflasterers
verloren gehen. Eingesetzt wird der Basalt heute vor allem als Wegeschotter oder Splitt und als Bestandteil von Asphaltmischgut. Basalt hat deshalb nach wie vor eine große Bedeutung für Bau und Unterhaltung der öffentlichen Infrastruktur.

 

Wie wird Basalt gewonnen?

 

Basalt wird heute in großen Steinbrüchen abgebaut. Im Tagebau wird das Gestein zuerst aus der Wand gesprengt, dann aufgeladen, in Anlagen gebrochen und gesiebt. In verschiedenen Korngrößenmischungen wird er weiterverwendet.

   
   Steinbruch Ortenberg

 

Der Abbau bereitet teilweise auch Probleme, besonders in der Nähe von Siedlungen. Hier können die Sprengerschütterungen oder die kaum vermeidbare Lärm- und Staubentwicklung trotz einzuhaltender Grenzwerte und aufwändiger Genehmigungsverfahren zu Konflikten zwischen Anwohnern und Steinbruchbetrieben führen. 

Weiter von Siedlungen entfernt, bestehen wiederum häufig Probleme mit dem Verlust von Biotopen durch den Abbau. Andererseits können in Steinbrüchen langfristig sehr interessante neue Lebensräume entstehen. Und die Steinbrüche stellen als Geotope „Fenster in die Erdgeschichte“ dar.

 

Warum „Gesteine des Jahres“?

 

Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) haben in den
Vorjahren Granit und Sandstein zu Gesteinen des Jahres erklärt. Nun wurde der Basalt als erstes Vulkangestein ausgewählt.

Die Vielfalt der Gesteine, mit ihrer unterschiedlichen Entstehung und Nutzung wird dadurch deutlich.

 

Wo erfahre ich mehr zu Basalt oder Erdgeschichte meiner Region?

 

In vielen Regionen gibt es Vereine und Organisationen, die sich mit den Zeugnissen der Erdgeschichte befassen. Klassischerweise sind es „naturforschende Vereinigungen“, z.B. die Wetterauische Gesellschaft (Hanau) (www.wetterauischegesellschaft.de).

Auch Natur- und Geoparks bieten Führungen und Informationen an. Im Vogelsberg ist dies der Naturpark Hoher Vogelsberg (www.naturerlebnis-vogelsberg.de).

Touristische Informationen zum Vogelsberg finden Sie unter www.vogelsberg-touristik.de.

Umfangreiche Schriften und Karten zur Geologie des Vogelsberges gibt das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (www.hlug.de) heraus.

 

   
   
Bei einer Exkursion besser erkennbar: 
  Basaltmagma ist als Gang durch Tuffe aufgestiegen.

 

  Alle Informationen dieser Seite finden Sie auch im Flyer "Basalt - Gestein des Jahres 2009" der hier als Druckversion
  zur Verfügung steht.

 Text dieser Seite: Kerstin Bär
  Fotos: U.S. Geological Survey, Dr. D. Nesbor (HLUG), Dr. A. Metzner, K. Bär
 
Schema zur Bildung von Basaltsäulen: Quelle © Bayerisches Landesamt für Umwelt

 

Stand: 20.07.09

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