Die AG II wurde bereits im Sommer 2007 ins Leben gerufen.
Ziel ihrer Arbeit ist es, die kulturgeschichtlichen und archäologischen
Besonderheiten, die durch die vulkanische Landschaft des Vogelsberges
begründet wurden, aufzudecken und erlebbar zu machen.
Seit fast 7000
Jahren siedeln Menschen auf dem Vulkan. Zu allen Zeiten mussten sich diese
den speziellen Lebensbedingungen dieser Mittelgebirgslandschaft anpassen.
Vor allem die Beschaffenheit des Bodens und seine Fruchtbarkeit aber auch
die Vegetation, die sich auf diesem Boden ansiedelte, waren für die ersten
Siedler ein wichtiger Aspekt. Die Verfügbarkeit von Basalt als Baumaterial
lernte der Mensch schnell zu schätzen und schon die Kelten verwendeten die
vulkanischen Gesteine für ihre Ringwälle.
Als die Römer
am Rande des Vulkans in der Wetterau erschienen erkannten sie sogleich die
strategisch günstige Lage der Basalthöhen für ihre Kastellbauten, wie etwa
in Friedberg zu sehen ist. Mit Beginn des Mittelalters wurden dann in
größerem Umfang und für uns heute noch ersichtlich die Produkte des Vulkan
Vogelsberg von den Menschen genutzt. Es wurde Braunkohle und Eisenerz
abgebaut. Ganze - heute oft verschwundene - Siedlungen entwickelten sich
rund um die Köhlerhütten, Erzschmelzen und Kohlegruben. Für die nun
entstehenden herrschaftlichen Bauten, vor allem Burgen und Klöster, wurden
große Steinbrüche angelegt, in denen Bruchstein und Basaltsäulen als
Baumaterial gewonnen wurde. Später kam die Herstellung von Pflastersteinen
aus Basalt dazu.
Stetigen
Einfluss auf das Leben der Siedler auf dem Vulkan hatten dabei verschiedene
vulkanbezogene Faktoren. Hier ist vor allem das Wasser zu nennen, welches in
ein ausgeprägten Grundwasserstockwerken des Vogelsberg reichlich vorhanden
ist. Nicht nur als Trinkwasser fand es Verwendung, sondern auch als Antrieb
für die zahlreichen Mühlen im Vogelsberg und als unverzichtbare Grundlage
für Handwerk und Industrie. Zugleich ließen die vulkanischen Böden aber auch
ein besondere Form der Vegetation entstehen. Noch heute sichtbar sind davon
die Magerrasenflächen im Hohen Vogelsberg mit ihrem Artenreichtum sowie die
üppige Tier- und Pflanzenwelt im Hochmoor Breungeshainer Heide oder an den
zahlreichen Blockfeldern der Region.
Mit diesem
breit gestreuten Themenkomplex wird sich die AG II in den kommenden Jahren
befassen. Die wichtigsten Einzelthemen dazu sind: