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AKTUELLES

Unsere für 2021 terminierten Veranstaltungen finden Sie rechts im Termin-Kalender.

Den Flyer GeoTermine 2021, werden wir einstellen, sobald er in Druck geht - wobei wegen der Corona-Krise vielleicht wieder nicht alle Veranstaltungen stattfinden werden. Bitte fragen Sie im Zweifel vorab nocheinmal an!

Über unsere Rundmails können Sie zukünftig wieder Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen erhalten - die sich manchmal auch kurzfristig ergeben. Bitte schicken Sie uns dazu eine E-Mail (über "Kontakt" möglich).

 

 

Entstehung von dünnflüssigen Lavaströmen - live...

 

In Island kann man aktuell beobachten, wie dünnflüssige Lavaströme entstehen. Nicht weit von der Hauptstadt Reykjavík entfernt, ist am Abend des 19. März in dem abgelegenen Gebiet Fagradalsfjall (Schönes-Tal-Berg) eine Spalte aufgebrochen. Die Ausbruchsstelle liegt in einem kleinen Talkessel, der sich inzwischen mit Lava füllt.

Zunächst hat sich eine Reihe von Schlackenkegeln mit Lava-Fontänen gebildet. Man sah, dass aus ihnen dünnflüssige Lava strömte - wie wir sie im Vogelsberg auch haben, zum Beispiel am Glauberg (siehe unten).

Bei den Schlackenkegel, die zu solchen dünnflüssigen Lavaströmen gehören, findet man üblicherweise Schlackefetzen, die nach dem Auftreffen noch glutflüssig miteinander verschmolzen ("verschweißt") sind. Dadurch sind sie steiler, als die anderen Schlackenkegel, die aus lockerer Schlacke aufgebaut sind. In Island heißen sie Eldborg (Feuerburg), im Englischen spatter cones, im Deutschen "Schweißschlackenkegel".

Aktueller Ausbruch in Island

Von der Reihe von Schlackenkegeln, die sich zuerst entlang der Spalte gebildet hatte, ist inzwischen ein Haupt-Ausbruchszentrum mit zwei Schlackenkegeln übrig geblieben. Wie sich der Ausbruch die ersten 10 Tage entwickelt hat, kann anhand der Webcam des isländischen Fernsehns nachvollzogen werden: Zeitraffer der Webcam 1.

Ein Video aus der ersten Nacht zeigte deutlich eine Kette von Lavafontänen entlang der Spalte.

 

Unzählige Menschen haben die neue Ausbruchsstelle schon besucht, so dass es viel Bildmaterial im Internet gibt. Dieser Ausbruch verläuft relativ ruhig, da es basaltisches Magma ist und beim Aufstieg kein Kontakt mit Wasser stattfindet. So bestehen vor Ort nur geringe Gefahren - aber ganz unkritisch ist eine Annäherung natürlich nicht.

 

Am 5. April hat sich unerwartet auf einer Anhöhe in Verlängerung der ersten Spalte ebenfalls ein Spaltenausbruch ereignet. Hier entstand ein neuer Schlackenkegel, aus dem ein Lavastrom ins Nachbartal (Meradalir) lief. Aufnahmen einer Drohne vom ersten Tag folgen der Lava von der neuen Ausbruchsstelle bis ins Tal: Video.

Danach sind weitere Spalten aufgegangen und haben Schlackenkegel gebildet - was es etwas unübersichtlich macht.
 

Die ersten Schlackenkegel und (links davon) jüngere sind über die Webcam 1 zu sehen: Webcam 1.

Weitere Webcams zeigen andere (z.T. wechselnde) Perspektiven.

 

Den aktuellsten Überblick liefert ein 3D-Modell.

(Die ursprünglichen Krater haben die auffälligste "Fahne".)

 

Nach einer Zeit mit vielen Erdbeben bis über Stärke 5 hatten viele Isländer auf einen Ausbruch gewartet - und gehofft, dass es ein kleiner "touristischer" Ausbruch wird, der keine Schäden macht, aber schöne Bilder liefert.
Bisher scheint sich dieser Wunsch zu erfüllen...

 

 

 

Vorankündigung: Tag des Geoptops 2021

 

Der Tag des Geotops wird bundesweit jährlich am dritten Sonntag im September durchgeführt.

Mehr dazu finden Sie unter Geotope. Hier weiter unten ist der Tag des Geotops 2020 ausführlicher beschrieben.

 

Im Jahr 2021 wird der Tag des Geotops voraussichtlich in Hungen-Langd ausgerichtet.

 

 

 

Neues vom Glauberg: Eis auf Lava

 

Geotop "Lavaströme"

Der Glauberg ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Walter Gasche hat diese Aufnahme im Geotop "Lavaströme am Glauberg" gemacht.

 

Sie zeigt nicht nur besonders schöne Eiszapfen in der hinteren Wand, sondern auch dass hier das untere Gestein offensichtlich etwas wasserundurchlässiger ist und darüber Wasser gestaut und abgeleitet wird.

 

Es wäre interessant, ob auch bei dem Teich bzw. der Zisterne oben auf dem Plateau die Tiefe mit dem Wechsel der Lavaströme zu tun hat. Der obere Basalt der zu anderen Lavaströmen gehört, ist klüftiger als die unteren porenreichen Basalte der dünnflüssigen Lavaströme.

 

Ansonsten gibt es zum Glauberg noch zu berichten, dass der Glauberg zusammen mit der Heuneburg (Baden-Würtemberg) als Welterbe vorgeschlagen werden soll. Beide sind frühkeltische Fürstensitze, die zeigen, wie eng schon zur damaligen Zeit der europäische Austausch war. Ein Welterbestatus wäre natürlich eine besondere Auszeichnung für den Glauberg.

 

Mehr dazu:

Homepage Keltenwelt am Glauberg

 

 

 

Nochmal Kelten...

 

Vielleicht bietet es sich im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Welterbestatus an, auch die naturräumlichen Zusammenhänge der eisenzeitlichen Kultur der Kelten noch genauer in den Blick zu nehmen.

 

So ist die Form des Glaubergs als Tafelberg geologisch bedingt und das dort zu findende Gestein weist auch eine Besonderheit auf, die in der Eisenzeit erkannt wurde: Durch Porenreichtum lässt  sich basaltische Lava zum Teil ähnlich wie Sandstein bearbeiten.

Reibstein im Vulkaneum

Nicht alle Basalte sind so porenreich. Allgemein überwiegt der porenarme Hatbasalt. Es sind im Vogelsberg die dünnlüssigen Lavaströme, wie sie am Glauberg zu finden sind, die besonders viele Poren besitzen. Diese Eigenschaft wurde genutzt, um Reib- und Mühlsteine herzustellen. So ist ein sehr schöner Reibstein-Unterlieger aus dem Schottener Heimatmuseum bald im Vulkaneum zu bewundern (Bericht folgt, wenn eine offizielle Vorstellung stattfindet). Der Form nach muss er von der Wende Hallstatt-/ Latène-Zeit stammen - also etwa aus der Zeit des Keltenfürsten am Glauberg.

 

Unser regionaler Buntsandstein wäre für  die Herstellung von Reib- und Mühlsteinen übrigens  zu "weich", d.h. er sandet zu sehr ab. Durch die Poren bleibt der Basalt außerdem beim Mehl-Mahlen "scharf", das heißt, wenn er sich abschleift, öffen sich neue Poren, die dafür sorgen, dass er auch weiterhin rauh ist und sich so gut Getreide mahlen lässt. Das ist eine Eigenschaft, für die auch ein Teil der Eifeler Basalte bekannt sind. Dort wird für das "Mühlsteinrevier", das seit der Eisenzeit genutzt wurde, übrigens auch gerade ein Welterbeantrag vorbereitet.

 

 

Aufschluss Bad Salzhausen 2021

 

Baugrube in Bad Salzhausen

Diese Baugrube in Bad Salzhausen zeigt ein Stück der vulkanischen Vergangenheit des Vogelsbergs.

 

Interessierte bitten wir, den vorhandene Bauzaun zu respektieren oder vorab eine Erlaubnis zum Betreten einzuholen.

 

Was leicht nachvollziehbar ist, lässt sich aber auch aus der Ferne gut erkennen:

 

Links in Bild ist ein Lavastrom zu sehen, der zu Basalt erkaltet ist.

Während er noch geflossen ist, war er über 1000° C heiß und hat den darunterliegenden Tuff rot gebrannt, wie dies auch mit Töpferware in einem Brennofen passiert.

Tuffe sind verfestigte vulkanische Aschen, die bei Ausbrüchen ausgeworfen wurden. Die Tuffe im Bild sind geschichtet und relativ feinkörnig.

Sie sind Ausbrüchen zuzuordnen, die durch das Zusammentreffen von Magma mit Wasser sehr explosiv waren. Solche Ausbrüche hinterlassen tiefe Sprengrichter. Diese werden nach den Maaren der Eifel weltweit als Maare bezeichnet. Dort, wo die Tuffe mehr Abstand zu dem Lavastrom haben und nicht gebrannt wurden (geologischer Begriff ist gefrittet), sind sie hellbraun-beige verwittert.

Es muss hier relativ nah ein Maar-Vulkan ausgebrochen sein, der einen Tuffring gebildet hat.

Nicht lange danach ist ein Lavastrom, dessen Ursprung wir nicht kennen, an dem Tuffring vorbei geflossen.

 

Weiter rechts (nicht mehr im Bild) sind die Tuffe ungeschichtet und mit Basaltblöcken durchsetzt, wie dies auch im Inneren von Maar-Kratern der Fall sein kann. Dieses Material ist ebenfalls stark verwittert und wirkt weitgehend chaotisch. Ob wir hier tatsächlich schon den Maarkrater vor uns haben, ist nicht sicher. Es ist auch in Diskussion, dass es durch Bewegungen der Erdkruste zu einer Durchmischung des vulkanischen Materials gekommen ist. In Bad Salzhausen muss es sehr starke Bewegungen gegeben haben, was sich anhand der geologischen Karte nachvollziehen lässt. Die Salzquellen im unteren Kurpark stehen damit in Zusammenhang.

Eine Darstellung zur Geologie von Bad Salzhausen und seinen Quellen ist in einem Artikel von Thomas Kirnbauer zu finden:

Jahresberichte der Wetterauischen Gesellschaft 2012  (ab S. 173)

 

Dieser Aufschluss ist bereits mit Erlaubnis der Besitzer mit vielen Fotos und einigen Gesteinsproben dokumentiert.
Eine genauere Darstellung wird vorbereitet.

 

Falls die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt und die Baustelle dann zugänglich ist, würden wir versuchen, eine Erlaubnis für Begehungen in kleinen Gruppen zu bekommen.

 

Nebenbei: Bei Bad Salzhausen liegt auch der Bergwerksteich (siehe Geo-Adventskalender), der durch Setzungen im Zuge des früheren Abbaus entstanden ist. Hier wurden Braunkohlen aus der Zeit des Vogelsberg-Vulkanismus abgebaut, die zeigen, dass hier vor ca. 15 Millionen Jahren schon einem ein kleiner See gewesen sein muss. Bei einem See, der in einem Vulkangebiet liegt, ist relativ wahrscheinlich, dass es sich um ein Maar handelt. Die Schichtung der Tuffe in der Baugrube hat allerdings in eine andere Ausrichtung, so dass sie nicht zu einem Ausbruchszentrum im Bereich des heutigen Bergwerksteich passen. Das müsste also ein anderes Maar sein.

 

 

Felsen "Wilde Saudeck" am Rehberg
Geotop des Monats Januar 2021

 

Die DGGV hat die Felsen der "Wilden Saudeck" am Rehberg zum Geotop des Monats gemacht.

Homepage DGGV

 

Diese Felsen und ihre geologische Geschichte haben wir auch schon im Begleitheft zu unserer Ausstellung "Wo gibt's denn hier Vulkane?" näher vorgestellt - insbesondere den explosiven Teil ihrer Geschichte, der wohl das Spannenste hier ist.

 

Die DGGV benennt den "Kern" des Rehbergs petrographisch richtig als Basanit, während wir ihn mit Basalt bezeichnet haben. Ohne mikroskopische oder geochemische Untersuchungen lassen sich diese beiden Gesteinsarten allerdings ohnehin nicht trennen und ein großer Teil des Vogelsberg-Basalts ist genaugenommen Basanit, ohne dass das immer unterschieden wird...

 

 

 
 
Leben auf Basalt

 

Jetzt im Winter ist "die Zeit" vieler Moose und Flechten. Von den meisten Menschen unbemerkt wachsen sie auf Mauern, Felsen oder zum Beispiel auf Baumrinde - Standorte, die nicht von höher organisierten Gefäßpflanzen besiedelt werden. Hier nutzen sie ökologische Nischen, die für andere zu trocken sind. Wenn es im Winter dann feuchtere Phasen gibt, legen sie erst richtig los - egal wie trüb und ungemütlich das Wetter ist!

 

Hier auf ein paar Böcken am Wegrand ist eine ganz bestimmte Art von Moos zu finden.

Basaltblöcke in Magerrasen
Basaltblock mit Moosen und Flechten

Das Hedwigsmoos ist ein typisches Moos auf Basaltblöcken des Vogelsbergs. Es wächst sonnig bis halbschattig in lockeren Polstern. Mit den Glasspitzen an den Blättchen reflektiert es teilweise das Sonnenlicht und sorgt so dafür, dass es weniger schnell austrocknet und damit länger biologisch aktiv bleiben kann (Photosysnthese betreiben). Wenn es doch austrocknet, schadet es ihm aber nicht, denn wie viele andere Laubmoose, stirbt es dadurch nicht ab - im Gegensatz zu den höher organisierten Gefäßpflanzen. Wenn es trocken wird, legt das Moos nur die Blättchen an, die hier im Bild unten weit abgespreizt werden und statt der grünen Farbe erscheint es dann eher grau.

 

Manchmal bildet das Hedwigsmoos zur Vermehrung Kapseln, die die Sporen enthalten, aus denen neue Moospflanzen wachsen können. Die Kapseln sind empfindlich gegen Austrocknen und wachsen deshalb im Winterhalbjahr. Sie sind klein, ungestielt und kugelig, was für unsere Laubmoose ungewöhnlich ist. An diesem Standort waren leider keine Kapseln zu finden.

 

Moose und Flechten bieten wiederum vielen Kleinlebewesen ein Mikro-Biotop, das aus ihrer Perspektive eine eigene Welt darstellen muss. Durch Verlust von Blöcken im Offenland (Beseitigung, Verschattung) ist das Hedwigsmoos und damit auch der Lebensraum, den es bietet, im Rückgang begriffen. Es gilt je nach Region bereits als gefährdet.

 

Hedwigsmoos auf Basalt
Hedwigsmoos ganz nah

 

 

 

Rückblick Geo-Adventskalender

Die Datei  für die Türchen vom 1. bis 24. Dezember 2020 (in dieser Reihenfolge) ist hier:
Zusammenfassung Geo-Adventskalender

 
Geo-Adventskalender: 24
Schöner Winter

Das letzte Türchen zeigt den Schloßberg Ulrichstein tief verschneit. Andreas Rüb hat es in einem früheren Jahr aufgenommen. Wir haben mit einem Lavastrom begonnen und enden hier mit einem der vielen hundert Schlote des Vogelsbergs, der hier die Kuppe bildet. An verschiedenen Stellen kann man dort den dichten Basalt des inneren Teils des Schlots finden. Dass auch hier zuerst explosiver Vulkanismus vorherrschte, beweist ein Foto im Heft "Wo gibt's denn hier Vulkane?", das roten Tuff (im weiteren Sinne) zeigt.

 

Ein besonderer Anlaufpunkt für naturkundlich Interessierte ist der Vogelsbergarten, der ganzjährig für Besuche offen steht (hier gehts zur Homepage).

 

Die Menge des Niederschlags der letzten Tage hätte ja gereicht, um ein ähnliches Bild zu bekommen. Was ein paar Grad mehr oder weniger ausmachen...

 

Jetzt fehlen natürlich noch ganz viele interessante Orte.

Aber bei dem riesigen Vulkangebiet reichen 24 Tage natürlich nicht aus!

 

 

 

Geo-Adventskalender: 23
Der Anziehungspunkt

Wenn es einen Ort gibt, der für "den Vogelsberg" steht, dann ist es der Hoherodskopf. Die zweithöchste Kuppe hat mit dem Fernmeldeturm eine Landmarke, die von vielen Orten aus sichtbar ist, sie bietet Gastronomie und Möglichkeiten vieler Aktivitäten insbesondere für Familien sowie ein Infozentrum, wo eine naturkundliche Ausstellung zu finden ist. Neben den Parkmöglichkeiten, die oft mehr als ausgelastet sind, treffen sich hier auch die Vulkanexpress-Busse, die von Mai bis Oktober eine umweltfreundliche Alternative zur Anreise ermöglichen.

 

In kurzer Distanz zum Infozentrum besitzt der Hoherodskopf auch einen Felsgipfel. Er liegt etwas versteckt neben den Fernmeldeturm. Es ist einer von mehreren kleinen Schloten. Das Gestein zeigt Bruchstücke des Erdmantels, was aufgrund der langen Verwitterung der Gesteinsoberfläche aber nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Trotzdem bitte nicht an den Felsen herumklopfen! Ein frisch gebrochenes Stück Gestein ist in der Geo-Abteilung der Ausstellung im Infozentrum zu finden.

 

 

 

Alle Türchen gibt es unten als Datei!
Rückblick Geo-Adventskalender

Die Datei  für die Türchen vom 1. bis 24. Dezember 2020 (in dieser Reihenfolge) ist hier:
Zusammenfassung Geo-Adventskalender

 

 

 

Foto-Ausstellung "Wo gibt's denn hier Vulkane?"
Ausstellungseröffnung mit Vulkanausbruch

Unsere Foto-Ausstellung "Wo gibt's denn hier Vulkane?" war zuletzt in Grünberg.
 

Das Bild oben gibt einen Eindruck von der Eröffnung im Museum im Spital am 24.09.2020 (aufgrund der Corona-Auflagen im kleinen Kreis) mit Bürgermeister Frank Ide, Museumsleiterin Karin Bautz und Vertretern der DVG sowie des Fördervereins und des Freundeskreises des Museums - während gerade ein Vulkan ausbricht.

 

Außer unseren Bildern war in der Sonderausstellung nämlich leihweise das Vulkan-Modell des Mineralogischen Museums Marburg zu sehen, das auch "zum Ausbruch" gebracht werden kann. Dabei zeigt dieses Modell eines Schichtvulkans, das den Mayon darstellt, natürlich nicht die gefährlichen Glutlawinen, für die der Vulkan eigentlich berüchtigt ist.

 

Auch im Vogelsberg gab es Glutlawinen, die von einem ähnlichen Vulkan gekommen sein können. Den Nachweis von Glutlawinen gibt es zwar nur im Bereich des Oberwalds bei der Flösserschneise und östlich des Rehbergs, aber die Trachytblöcke und die Bohrungen in die Ablagerungen zeigen, dass es auch im Vogelsberg solche katastrophale Ausbrüche gegeben haben muss. Ein Foto der Trachytblöcke ist in der Ausstellung zu sehen. (Der zugehörige Vulkan wurde offenbar abgetragen, seine Reste auch teilweise in einer späteren Phase des Vulkanismus überdeckt.) 

 

Die allermeisten Ausbrüche werden im Vogelsberg aufgrund des basaltischen Magmas allerdings weniger dramatisch "nur" zur Entstehung von Maaren, zum Aufbau von kleinen Schlackenkegeln und zur Bildung von Lavaseen und Lavaströmen geführt haben - deren Relikte wir in der überwiegenden Zahl der Bilder zeigen.

 

Weitere Informationen zum Museum und ursprünglich Begleitprogramm sind hier zu finden: Einladungs-Flyer Museum Grünberg

 

 

 

 

 

Tag des Geotops 2020
Das Geotop des Jahres 2020

Tag des Geotops 2020 mit neuem "Geotop des Jahres"

 

Der Tag des Geotops ist mit rund 130 Anmeldungen zu neun Führungen und Exkursionen gut verlaufen. Die Veranstalter bekamen viele positive Rückmeldungen zu dem diesjährigen Angebot. Zum Abschluss des Tages wurde noch das "Geotop des Jahres" ausgezeichnet.

 

Mehr zum diesem Geotop "Lavaströme am Glauberg" und eine kurze Zusammenfassung zum Tag des Geotops finden sie hier:
Geotop des Jahres und Bilanz zum Tag des Geotops 2020

 

 

 

Tag des Geotops in Glauburg

 

Tag des Geotops am 20. September 2020

Für das Vulkangebiet Vogelsberg fand der Tag des Geotops 2020 in der Gemeinde Glauburg statt.

In diesem Jahr haben wir die Planung zur Reduzierung des Infektiosrisikos angepasst. Solche Teile des Programms, die bei früheren Veranstaltungen drin stattfanden (Vorträge, Ausstellung), wurden nicht angeboten. Stattdessen fanden mehr Exkursionen und Führungen statt. Die Gruppengröße war jeweils auf 15 Personen begrenzt und an den Stationen war eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Zu fünf Themen wurden insgesamt neun Termine angeboten.

 

Die Themen waren:

- Versteinerter Fluss und Erdgeschichte bei Stockheim

- Verbindungen zwischen Geologie und Kulturgeschichte

- Die Lavaströme des Glauberg-Plateaus

- Geführte Rad-Wanderung auf der Route "Landschaftsgeschichte"

- Flora und Fauna - Leben auf der "Kalkschuttbuckelwiese"

 

Andere Veranstaltungen zum bundesweiten Aktionstag finden Sie in jedem Jahr unter:

www.tag-des-geotops.de

 

 

Fotos unten: Kieskaute Stockheim (W. Gasche), Blasenreicher Basalt,
Steinbruch am Glauberg und Blick zum Glauberg von Westen (K. Bär),
Blüte mit Schmetterling auf der "Kalkschuttbuckelwiese" (K.-H. Heinz)

Bei Stockheim hinterließ vor Millionen Jahren ein reißender Fluss einige Meter Geröll
Jedes Gestein hat andere Eigenschaften und wurde in der Geschichte entsprechend genutzt
Gruppe am Glauberg - am Tag des Geotops ist mehr Abstand erforderlich!
Die Landschaft rund um den Glauberg lässt sich mit dem Rad im wahrsten Sinne des Wortes erfahren
Skabiose und Dickkopffalter sind typische Arten auf der Kalkschuttbuckelwiese

 

 

 

 

 

Vulkaneum - Filmraum
Konzept des Vulkaneums

Das fachliche Konzept des Vulkaneums wurde inzwischen in einem Artikel festgehalten. Hier werden auch thematische "roten Fäden" der Austellung deutlich, z.B. die Themen Ausbruchsformen, vulkanische Gesteine und ihre Verwendung im Vogelsberg.
Der Artikel ist jetzt als Auszug auf der Homepage der Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie e.V. (VFMG) zu finden:
http://vfmg.de/2020/04/das-vulkaneum-in-schotten/

 

 

 

 

Vulkanmodell mit drei Vulkanen
Vulkanmodell mit drei Vulkanen

 

Für das Foyer des Vulkaneums wurde ein Vulkanmodell komplett neu entwickelt, das die typischen Ausbruchsformen des Vogelsbergs zeigt.


Das Rohmodell, das die Vorlage war, stammt von der Sektion Vogelsberg der DVG. Hier wurden incl. organisatorischer Arbeit über 200 Stunden ehrenamtlich geleistet. Bei der Umsetzung konnten auch Wünsche der Mitarbeiterinnen des Vulkaneums berücksichtigt werden. Sie hatten angeregt ein Vulkanmodell zu entwickeln. Die Umsetzung des Rohmodells in ein stabiles und beleuchtetes Modell aus Epoxidharz erfolgte durch den Modellbauer Detlev Koch aus Niederspier.
 

Schlackenkegel wirft Bomben aus
Schlackenkegel mit Lavastrom
Maar mit Tuffring

Vulkanismus, der durch aufsteigendes basaltisches Magma entsteht, führt meist zur Entstehung von Schlackenkegeln. Solange das Magma gasreich ist, werden von einem Schlackenkegel verschieden große Partikel ausgeworfen, von denen die größeren als "Bomben" bezeichnet werden. Das ausgeworfene Material baut den Kegel auf.

 

Lässt der Gasgehalt nach, kann sich im Krater ein Lavasee bilden und es können Lavaströme ausfließen.

 

Wenn das Magma auf Wasser trifft, kann es auch zur Bildung von Maaren kommen. Dabei wird ein tiefer Sprengtrichter in den Untergrund gerissen. Herabfallendes Material landet zum Teil im Krater zum Teil in der Umgebung, wo es einen flachen "Tuffring" bildet. In der weiteren Umgebung kommt es zur Bildung von Ascheschichten.

 

Mit zwei Schlackenkegeln und einem Maar werden nun alle drei Ausbruchstypen bei dem Modell im Vulkaneum gezeigt.

Eine Beschreibung der Entstehung der drei Vulkane und beschriftete Skizzen zu ihrem Aufbau sind im Prospektständer der DVG zu finden.

Sie stehen auch hier zum Download bereit:

Entstehung der drei Vulkane

Beschriftete Skizzen der Vulkane

 

Sponsoren des Modells waren neben der DVG Sektion auch die Vogelsberg-Stiftung, die Wetterauische Gesellschaft (Hanau) und der Förderverein des Vulkaneums.

 

 

Am Infostand immer sehr beliebt...

 

Dass es Vulkane aus Fruchtgummi gibt, haben wir sehr erfreut vor ein paar Jahren bemerkt.* Aber dass sie auch noch innen "Magma" haben (Himbeergeschmack) ist schon fast genial.
 

Für uns sind das kleine "Schlackenkegel", denn ihre rote Farbe und die Form passt gut (vielleicht ein wenig zu steil) .

Da fehlt nur noch das "Feuerwerk", das solche Vulkane üblicherweise machen, wenn sie aktiv sind...

Vulkane mit Füllung
Aktiver Schlackenkegel
Unsere Schlackenkegel

Aktiver Schlackenkegel - Quelle: Jens Bludau - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Fruchtgummi-Vulkane - Quelle: Ein bekannter Fruchtgummihersteller*, eigene Fotos, leicht bearbeitet
* Bisher ist uns nur ein Produzent bekannt.
Es wäre interessant, ob es weitere Hersteller gibt, da es zuletzt mehrfach Probleme bei der Beschaffung gab.

 

 

Foto-Ausstellung "Wo gibt's denn hier Vulkane?"

 

Die Foto-Ausstellung der DVG wurde seit Mitte 2018 bereits an verschiedenen Orten gezeigt.

Von Januar bis Ende Juni 2020 war sie im Rathaus Nidda zu sehen.

 

Ausstellung "Wo gibt's denn hier Vulkane?"

Begleitend zur Ausstellung fand am 22. Januar ein Vortrag "Lava, Asche, viele Schlote - Nidda im Vulkangebiet Vogelsberg" statt.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier: Lava, Asche, viele Schlote - Vortrag.

 

Mehr zur Ausstellung und zum Begleitheft finden Sie unter "Archiv".

Veranstaltungen

Nächste Veranstaltungen:

12. 09. 2021

- 10:00 Uhr
 

19. 09. 2021

 

Veranstaltungen
 

Flyer Geo-Termine 2020 (pdf)