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Geotope

Das Vulkangebiet Vogelsberg kann auf vielfältige Weise erlebt werden. Für die meisten Gäste und Einheimische ist es vor allen eine ländliche Mittelgebirgsregion mit vielen Möglichkeiten der Erholung in der Natur. Dabei erscheint ein Felsen vielleicht nur als besonders schöner Aussichtspunkt zum Blick über die Landschaft und ein ehemaliger Steinbruch ist für die meisten Menschen wohl vor allem ein Ort der Stille.

Aber Felsen oder Steinbrüche sind oft mehr!

Viele davon sind Geotope, also Orte, die auch als "Fenster in die Erdgeschichte" bezeichnet werden können.

Aussicht Bilstein
Wildfrauhaus
Glauburg

Im Vulkangebiet Vogelsberg gibt es unzählige solcher Geotope. Dazu gehören neben Felsen und Steinbrüchen auch Ton-, Sand- und Kaolingruben, sowie Blockhalden, Quellen oder besondere Landschaftsformen. Es ganz scharfe Definition dafür, ob ein Ort ein Geotop ist, gibt es nicht. Oft muss der Wert als Geotop erst erkannt werden, indem es näher untersucht wird und seine Besonderheiten nachvollziehbar dargestellt werden. Viele Geotope sind deshalb noch nicht als solche beschrieben.

 

Eine eine ganze Reihe von Geotopen ist in dem Buch "Vogelsberg - Geotope im größten Vulkangebiet Mitteleuropas" zu finden, das vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erstell wurde und inzwischen online verfügbar ist.

Wir zeigen eine kleinere Auswahl von Geotopen mit leicht verständlichen Beschreibungen in unserem Begleitheft zur Foto-Ausstellung "Wo gibt's denn hier Vulkane?". Soweit die beschriebenen Geotope zugänglich sind, wird am Schluss des Heftes auch eine Wegbeschreibung mitgeliefert.

Wenn Sie Geotope im Rahmen einer Führung kennenlernen möchten, schauen Sie doch mal in unser Programm. Einige unserer Veranstaltungen führen zu Geotopen.

 

 

Geotop des Jahres

 

Jedes Jahr wird von der DVG Sektion Vogelsberg ein "Geotop des Jahres" ausgezeichnet; dies geschieht in der Regel am "Tag des Geotops" (siehe unten). Die ausgewählten Geotope zeichnen sich durch Besonderheiten aus oder sind aufgrund ihrer Lage prädestiniert um auf die Bedeutung von Geotopen hinzuweisen. Manche dieser Geotope wurden anlässlich ihrer Wahl mit einer Infotafel ausgestattet.

 

  • 2010 "Wilder Stein" Büdingen

    Basaltvorkommen im Buntsandstein-Gebiet. Lokaler Aufstiegskanal für Magma, der an der damaligen Erdoberfläche einen Krater mit Lavasee bildete. In den Lavasee sind Nebengesteinsbrocken gefallen und aufgeschmolzen. Der Schlot wurde in Jahrmillionen durch Erosion herauspräpariert.

  • 2011 Felsenkeller Herbstein

    Man steht hier auf einem Lavastrom und hat einen zweiten über seinem Kopf. Dazwischen befindet sich ein weicheres rotes Gestein, in dem Kellerräume angelegt wurden. Das rote Gestein liegt also zwischen zwei Lavaströmen, wie die Füllung in einem Doppelkeks.

  • 2012 Basaltfelsen am Schlossberg Ortenberg

    Der Ortenberger Schlossberg bildet gemeinsam mit dem nördlich liegenden Gaulsberg einen Aufstiegskanal für Magma. Dieser Schlot wurde durch Erosion aus der umgebenden Landschaft herauspräpariert und durch die Nidder zweigeteilt.

  • 2013 Taufstein im Oberwald (Großgemeinde Schotten)

    Der Taufstein ist aus Basanit gebildet, dem gleichen Material aus dem auch die vier Schlote am Hoherodskopf bestehen. Am Nord- und Westhang befinden sich Blockhalden; diese haben sich während der Kaltzeit durch wiederholten Wechsel von Auftauen und Wiedergefrieren gebildet.

  • 2014 Amöneburg Ostwand

    Die Ostwand der Amöneburg zeigt ein beeindruckendes Bild von Basaltsäulen. Sie stehen hier waagerecht oder schräg; somit handelt es sich um einen Schlot oder Lavasee. Das weiche Gestein der Umgebung wurde stärker abgetragen, dadurch ist das Vorkommen deutlich herauspräpariert.

  • 2015 Eisenerzgrube "Weickartshainer Schweiz" bei Grünberg

    Die ehemalige "Grube Deutschland" ist inzwischen bewachsen und wird idyllisch als "Weickartshainer Schweiz" bezeichnet. Hier sind noch heute Basaltzersatz und Roterde zu sehen, die durch Verwitterung unter feuchtwarmem Klima im Tertiär vor vielen Millionen Jahren entstanden.

  • 2016 Steinbruch "Wildfrauhaus" Gedern

    Der aufgelassene Steinbruch am Wildfrauhaus bei Gedern zeigt einen mächtigen Lavastrom. Nachdem der Steinbruch aufgegeben wurde, hat er sich zu einem idyllischen Ort entwickelt, der mit einem See und den teilweise bewachsenen Felswänden reizvoll ist.

  • 2017 Uhuklippen bei Grebenhain Ilbeshausen-Hochwaldhausen

    Die Uhuklippen bilden eine etwa 500 m lange Geländekante mit mächtigen Felsen. Hier ist der durch Abtragung gebildete „Anschnitt“ eines Lavastroms zu sehen, der zu einer Blockhalde zerfällt. Verschiedene Felsblöcke regen die Phantasie an und haben daher Bezeichnungen wie „Riesenkopf“.

  • 2018 "Dicke Steine" Homberg (Ohm)

    Vor der Zeit des Vulkanismus wurde durch Flüsse Sand abgelagert. Zum Teil verfestigte er sich. Hier reichte durch Verwitterung gebildetes Siliziumdioxid als Bindemittel und es entstand sogenannter Tertiärquarzit, der sehr hart sein kann und eigentlich ein junger Sandstein ist.

  • 2019 Muschelkalk-Steinbruch Meister bei Großenlüder-Müs

    Vor etwa 240 Millionen Jahren war dort, wo heute der Vogelsberg liegt, ein Meer. Muscheln und muschelähnliche Fossilien, die sich in den meist kalkigen Ablagerungen finden lassen, geben dem Zeitalter seinen Namen: Muschelkalk. Bedeutende Vorkommen befinden sich bei Großenlüder-Müs.

  • 2020 Lavaströme am Glauberg

    Am Glauberg kann man dünnflüssige Lavaströme des Vogelsbergs sehen. Die glatte Oberfläche hat Wellen oder Falten gebildet. Solche Formen erinnern an eine Puddinghaut. Typisch ist auch die große Menge an runden Poren, die durch das Entgasen der Lava entstanden sind.

  • 2021 Steinbruch am Köppel, Hungen-Langd

    Drei Lavaströme sind hier mit ihren Zwischenschichten zu sehen. Die Abtragung hat an der Erdoberfläche Geländestufen entstehen lassen. Dieser Steinbruch ist ein gutes Beispiel, dass sich die Interessen von Naturschutzes und Geologie gut in Einklang bringen lassen.

  • 2022 Winterberg mit Christkindchenswiege, Freiensteinau

    Der Winterberg ist eine bewaldete Kuppe, die durch ihre Lage in flacherem Gelände markant in der Landschaft hervortritt. Die Felsen an ihrer West-Seite werden als "Christkindchenswiege" bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein anderes Magma, das die früheren Lavaströme durchschlagen hat.

  • 2023 Basalt-Steinbruch "Im Winkel", Brauerschwend

    Bei Brauerschwend gibt es neben dem heute aktiven Steinbruch noch zwei weitere ehemalige Steinbrüche. Der größere der beiden wird „Im Winkel“ genannt; dort fallen 6–8 m hohen Säulen auf. Im oberen Bereich gehen die Säulen in eine plattige Absonderung über.

  • 2024 Felswand am Käutchen, Burg-Gemünden

    Die hier sichtbaren Lavaströme waren relativ dünnflüssig waren. Sie bedeckten die Landschaft vor über 15 Millionen Jahren ähnlich wie noch heißer Pudding. Sie behielten dabei eine glatte Oberfläche, im Gegensatz zu zähflüssigeren Lavaströmen, deren Oberfläche zerbricht.

  • 2025 Gesteinsblöcke der Steinberge, Münzenberg

    Bei dem Gestein in Münzenberg und Trais-Münzenberg handelt sich um Ablagerungen aus dem Zeitalter des Tertiärs, die durch aufsteigende Mineralwässer Mineralisationen erfahren haben. In den Gesteinen sind auch Gerölle zu finden, die das älteste fossilführende Gestein Hessens darstellen.

  • 2026 Schlossberg Ulrichstein

    Der Schlossberg in Ulrichstein ist ein ehemaliger Vulkanschlot. Die basaltische Schlotfüllung war härter als das umgebende Gestein und wurde dann bei einer flächenhaften Erosion herauspräpariert. Somit blieb der harte Basalt als Kuppe in der Landschaft erhalten.

 

 

Tag des Geotops

 

Seit 2010 beteiligen wir uns am "Tag des Geotops", der bundesweit immer am 3. Sonntag im September stattfindet. Mit ganztägigen Veranstaltungen möchten wir auf die Bedeutung der Geotope und auf die Zeugnisse der Erdgeschichte aufmerksam machen. Vorträge, Exkursionen und eine Ausstellung gehören bei uns jeweils zum Programm. Vulkanische Aspekte stehen zwar oft im Zentrum, aber die Themen beschränken sich nicht darauf.

 

Hier können Sie sich anhand der Programmflyer einen Eindruck von den früheren Tagen des Geotops verschaffen.

2010 Büdingen - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2010 Büdingen

 

2011 Herbstein - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2011 Herbstein

2012 Ortenberg - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2012 Ortenberg

2013 Schotten -Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2013 Schotten

 

2014 Amöneburg - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2014 Amöneburg

2015 Mücke - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2015 Mücke

2016 Gedern - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2016 Gedern

 

2017 Grebenhain - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2017 Grebenhain

2018 Homberg (Ohm) - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2018 Homberg (Ohm)

2019 Großenlüder - Titelseite

Kompletter Programm-Flyer
hier: 2019 Großenlüder

2020 Glauberg - Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2020 Glauberg.
 

2021 Hungen-Langd - Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2021 Hungen-Langd.
 

2022 Freiensteinau - Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2022 Freiensteinau.

2023 Brauerschwendt - Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2023 Brauerschwendt.

2024 Burg-Gemünden - Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2024 Burg-Gemünden.

2025 Münzenberg - Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2025 Münzenberg.

2026 Ulrichsein Titelseite

Ankündigungs-Flyer mit Themen
hier: 2026 Ulrichstein.

Veranstaltungen

Nächste Veranstaltungen:

01.​05.​2027 - Uhr bis Uhr

 

19.​09.​2027